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30. Juni 2019
Filialschließungen

SPD kritisiert Sparkasse

Löhstraße und Rahser stark frequentiert
Jörg Dickmanns
Jörg Dickmanns, SPD-Ratsherr
Die Viersener Sozialdemokraten kritisieren die Pläne der Sparkasse ie Viersener Sozialdemokraten kritisieren die Pläne der Sparkasse Krefeld 2020 nochmals knapp ein Drittel ihrer Filialen zu schließen. „Der Rückzug aus der Fläche ist falsch und macht die Sparkasse zunehmend zu einer Bank, die sich trotz ihres öffentlichen Auftrags kaum noch von anderen gewinnmaximierenden Banken unterscheidet und ihren öffentlichen Auftrag zunehmend unzureichend wahrnimmt“ kritisiert der stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende Jörg Dickmanns. Schon 2014 hatte die Sparkasse Krefeld von ihren 11 Filialen im Stadtgebiet Viersen sechs Filialen geschlossen. Wenn 2020 die Standorte Löhstraße und Rahser wegfallen, sind von den ehemals 11 Filialen im Stadtgebiet nur noch drei übrig. „Innerhalb von nur 6 Jahren hat die Sparkasse dann drei Viertel ihres Filialnetzes geschlossen und sich damit sowohl aus der Fläche als auch aus der persönlichen Nähe zum Kunden verabschiedet.“

Das bei einem zunehmenden Teil der Sparkassenkunden eine Verlagerung von der Filiale in den Online-Bereich der Sparkasse festzustellen ist, stellen die Sozialdemokraten nicht in Frage. Aber insbesondere in Bezug auf die geplanten Schließungen der Viersener Filialen an der Löhstraße und im Rahser kann in den Augen der Viersener SPD Fraktion nicht von mangelnder Frequentierung gesprochen werden. Beide Geschäftsstellen würden von Sparkassenkunden intensiv aufgesucht, die Filiale an der Löhstraße sei mit ihren Öffnungszeiten ein Musterbespiel für Kundenfreundlichkeit und die Geschäftsstelle im Rahser biete insbesondere der für diesen Stadtteil typischeren älteren, wenig mobileren Bevölkerung die wichtige Möglichkeit unkompliziert und wohnungsnah ihre Bankgeschäfte mit persönlichem Kontakt zu tätigen. In diesen beiden Geschäftsstellen davon zu sprechen, dass die Mitarbeiter „Däumchen drehen“ würden, sei schon von der Wortwahl her völlig inakzeptabel, und auch im Hinblick auf die reale Situation in den Filialen nicht nachvollziehbar, so Dickmanns weiter.

Es möge sein, dass die Geschäftsabschlüsse in den von den Schließungsplänen betroffenen Filialen gering seien, aber die Sparkasse habe spätestens seit den Schließungen von 2014 noch verstärkter darauf gesetzt, zentrale Beratungen neu zu strukturieren und hauptsächlich in der Hauptstelle durchzuführen. Da sei es nicht verwunderlich, dass die Anzahl der Geschäftsabschlüsse in den Filialen zurückgegangen sei. Bei allem Verständnis für das Gewinnstreben der Sparkasse, gehe es aber auch hier nicht um die Geschäftsabschlüsse, sondern um die Notwendigkeit für alle Kunden erreichbar zu sein und ihnen die jetzt schon im Vergleich zu 2013 deutlich reduzierte Möglichkeit zu erhalten, alltägliche Bankgeschäfte auch wohnungsnah offline tätigen zu können.

Erstaunt sind die Sozialdemokraten vor diesem Hintergrund, dass es offensichtlich im Zusammenhang mit der Ankündigung der Schließungen nicht einmal Pläne seitens der Sparkasse gab, zumindest die kundenfreundlichen Öffnungszeiten der Filiale Löhstraße auf die Hauptstelle auszuweiten und Servicepunkte mit SB Terminals, Geldautomaten oder Kontoauszugsdruckern an den bisherigen Standorten beizubehalten. “Die Filiale Löhstraße mit ihren täglich durchgängigen Öffnungszeiten bis 18.30 Uhr und der Samstagsöffnung ist hier zumindest deutlich kundenorientierter als die Hauptstelle. Dass man jenseits der Schließungsabsichten nicht einmal daran gedacht hat diese kundenfreundlichen Aspekte zu übernehmen, ist erschreckend und wirft die Frage auf, was der Sparkassenführung eigentlich ihre Kunden vor Ort wert sind“, kritisiert der für den nördlichen Innenstadtbereich zuständige SPD-Ratsherr Dirk Lenzkes.

Vor diesem Hintergrund haben die Viersener Sozialdemokraten einen Antrag gestellt, in dem sie die Bürgermeisterin auffordern noch einmal intensiv das Gespräch mit der Vorstandsvorsitzenden der Sparkasse, Birgit Roos, und dem Vorsitzenden des Verwaltungsrates, Landrat Dr. Andreas Coenen, zu suchen und eindringlich auf die Abkehr von den aktuellen Schließungsplänen zu drängen.

„Uns ist bewusst, dass weder die Bürgermeisterin noch wir als Viersener SPD-Fraktion eine direkte Mitentscheidungsmöglichkeit in der Frage der Filialschließungen haben, aber wir hoffen trotzdem, dass Sparkassenvorstand und Verwaltungsrat im Interesse der Sparkasse, ihrer Mitarbeiter und Kunden noch von den Schließungsplänen Abstand nehmen“, resümiert SPD-Fraktionsvize Dickmanns.